Darauf war ich nicht vorbereitet

Ich habe mir vorgestellt, was kommen könnte. Was wahrscheinlich wäre. Und auch, was unwahrscheinlich wäre. Ich habe mir die schlimmsten Szenarien ausgemalt. Nur, um vorbereitet zu sein.

Ich habe mir Pläne gemacht. Pläne mit tausend verschiedenen Ausgängen. Bin jeden bis ins letzte Detail durchgegangen. Nur, um vorbereitet zu sein.

Ich habe To-Do-Listen geschrieben. Um bloss nichts zu vergessen, bloss nichts zu übersehen. Nur, um vorbereitet zu sein.

Ich war ständig fünf Schritte voraus. Nur, um nicht hinterherzuhinken. Nur, um nicht abzufallen. Nur, um vorbereitet zu sein.

Und dann kam das Virus.
Und ich war nicht vorbereitet.

Das Virus war nicht Teil meiner schlimmsten Szenarien.
Es war nicht Teil meiner Pläne.
Es stand auf keiner meiner To-Do-Listen.
Und es war mir so weit voraus, dass ich keine Chance hatte, aufzuholen.

Da habe ich verstanden: Das hier ist nicht die Zukunft.
Das ist die Gegenwart.
Ich kann mich nicht auf alles vorbereiten. Es gibt nicht für alles Pläne und To-Do-Listen. Ich kann auch mal hinterherhinken. Das ist okay.

Es ist okay.

Denn es zählt nur das Jetzt. Und daraus das Beste zu machen.
Es zählt nur, aus jeder Erfahrung zu lernen.
Und dieselben Fehler nicht zu wiederholen.
Es zählt nur, alles, was man tut, bewusst zu tun.
In diesem einen Moment da zu sein. Und nirgendwo anders.
Es zählt nur, mit sich selbst zufrieden zu sein.
Nicht immer. Aber immer öfter.
Es zählt nur, gut zu sein. Liebevoll, gutmütig, empathisch.
Nicht besser als die anderen.
Sondern die beste Version von sich selbst.

Ich glaube, das reicht.

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